Selbstverständnis

(ein Selbstverständnis in leichter Sprache folgt)

 

Wir, die feministische Antifa Kiel (FAK), verstehen uns als antifaschistische, feministische, FLINTA*-only Politgruppe.
Der Begriff FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter*, non-binäre, trans* und agender Personen und heißt somit alle willkommen, die keine dya** cis Männer sind.

Wir stellen uns gegen jegliche Form von faschistischer und rechter Ideologie, gegen Kapitalismus und wollen dabei sowohl als FLINTA* only Antifa-Gruppe in antifaschistischen Zusammenhängen agieren, in welchen FLINTA* Personen bewegungsgeschichtlich oft vergleichsweise wenig Raum eingenommen haben/einnehmen, als auch gezielt antifaschistische und feministische Inhalte miteinander verbinden.

Dabei ist unser Ziel die Abschaffung des Patriarchats und die daraus resultierende Befreiung aller Geschlechter, welches unserer Auffassung nach mit zu einer Basis für eine befreite Gesellschaft beiträgt.
Das Patriarchat wirkt sich in seinen Mechanismen auf alle Geschlechter aus, es unterdrückt FLINTA* Personen, fügt ihnen, fügt uns Gewalt verschiedener Art zu und führt auch, wenn auch in einem geringeren Ausmaß, in den Leben von dya cis Männern zu Betroffenheit und Leidensdruck unter dem Patriarchat.

Wir lehnen uns auf gegen alle Diskriminierungsmechanismen, gegen alle -ismen die marginalisierte Gruppen erfahren müssen, da nur eine Kombination aus kritischer Reflektion der eigenen Voreingenommenheit, Aufklärung und Kampf für Vielfalt und einer antikapitalistischen Grundhaltung einen Feminismus bringen, eine linksradikale Bewegung bringen kann, welche wirklich alle Menschen befreit.

Daher ist unser Feminismus explizit trans*-/non-binär- und Sexworker*inneninklusiv und richtet sich gegen sogenannte „Feminist*innen“, welche ausschließlich für die Befreiung der weißen, gut verdienenden, abled** dya cis Frau kämpfen. Unser Feminismus hat einen intersektionalen Anspruch. Da wir eine überwiegend weiße Gruppe sind und unsere Plena in deutscher Sprache abhalten wollen und können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht behaupten, eine intersektionale Gruppe zu sein, deswegen taucht dieser Begriff nicht in unserem „Gruppenmotto“ auf.

Wir verstehen Kolonialismus, Kapitalismus und das Patriarchat als ein zusammenhängendes System, welches auch nur durch die Bekämpfung aller Faktoren zerschlagen werden kann.

Wir zeigen uns solidarisch mit allen FLINTA*s, erkennen an, dass Unterdrückungsmechanismen intersektional wirken und wollen die Hierarchien, welche sich aktuell durch den Feminismus ziehen, auflösen. Denn nur wenn wir Betroffenheit nicht gegeneinander ausspielen, diese aber ebenfalls nicht wegignorieren sondern einen reflektierten, selbstkritischen Umgang damit finden, kann eine Bewegung entstehen, welche kraftvoll und geschlossen gegen patriarchale Unterdrückung zusammenstehen kann.

Dieses Selbstverständnis beinhaltet nicht alle unsere politischen Ansichten und Inhalte, soll aber als eine Zusammenfassung unserer Grundsätze dienen, an welchen wir uns in unserer Arbeit orientieren.

Wir wollen zusammen sowohl auf der Straße agieren, als auch Räume schaffen, welche diskriminierungsarm und einladend für FLINTA*s in Bezug zu politischer Arbeit sind. Wir sind im Austausch darüber, was wir als Gruppe zur antifaschistischen und feministischen Bewegung beitragen möchten und legen uns dabei nicht auf eine Aktionsform/Politarbeitsform fest.

Dabei sind unsere Plena selbst geschlossen, wir planen aber in regelmäßigen Abständen offene Plena abzuhalten, um interessierten Menschen die Möglichkeit zu geben, uns kennenzulernen und in unserer Gruppe mitzuwirken. Dies kündigen wir auf unserem Blog (https://feministischeantifakiel.noblogs.org/) und auf unserem Instagram Account (@fantifa.kiel) an.

Für eine Dekonstruktion des Patriarchats, für eine befreite Bewegung und eine befreite Gesellschaft!

Feministische Antifa Kiel, März 2022

__________________________________________________________________________-

**dya: damit sind Menschen gemeint, die nicht inter* sind.
**abled: Menschen, die keine Behinderungen haben.